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Verschwundene Eisenbahnen im Weinviertel

Von Nebenbahnen, Haltestellen und Bahnhofswirtshäusern, die es nicht mehr gibt

Von Karl Zellhofer und Martin Zellhofer
Format: 23,5 x 20 cm
Umfang: 132 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
Einband: Hardcover
Verlag: Edition Winkler-Hermaden


Dieses stimmungsvolle und leidenschaftliche Buch über die stillgelegten Eisenbahnstrecken im Weinviertel ist aktueller denn je, da wieder ein Stück Weinviertler Eisenbahn bald Geschichte sein wird: Das "Schweinbarther Kreuz", welche die Strecken Gänserndorf -Bad Pirawarth und Groß Schweinbarth - Obersdorf gemeinhin bezeichnet, wird anlässlich des Fahrplanwechsels im Dezember 2019 von den ÖBB eingestellt werden.

Karl Zellhofer und Martin Zellhofer dokumentieren einfühlsam den langsamen Niedergang mit eindrucksvollen Bildern des einst so dichten Netzes von Nebenbahnen, die eine sinnvolle Komplementierung der Haupteisenbahnlinien durch Wein- und Marchfeld darstellten. Es zeigt deutlich, welch bedeutsame Lebensadern für die Region die Bahn in der Fläche war. Mehr als nur Personentransport, sondern für die Wirtschaft als Güterbahn, Arbeitsplätze vor Ort und überhaupt die Belebung des ländlichen Raums durch Gaststätten sowie vieles mehr im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufökonomie.

Im Jahr 1988 begann der fatale Kahlschlag der damaligen rund 300 km Eisenbahnlinien durch das Weinviertel und nur wenige kleine Reststrecken, teilweise modernisiert, überlebten. So blieben, sozusagen als Mahnmal einer verfehlten Verkehrspolitik mit dem Rückzug der Bahn aus der Fläche, Reste des in der Vergangenheit so wichtigen Verkehrsmittel in der Landschaft bis heute übrig: Großteils aufgegebene Liegenschaften wie zum Verfall preisgegebene Bahnhöfe, Überreste von abgerissenen Güterschuppen, oder von der Natur langsam rückeroberte Gleisanlagen, Bahnkörper ohne Gleisjoche, defekte und nutzlose Signalanlagen, Brücken ins Nichts und die modernen Kathedralen am Land zum Lagern von Gütern ohne Gütergleis sowie Bahnhofsgaststätten ohne jegliche Betriebsamkeit.

Besonders hervorzuheben sind die Bilder einst und heute sowie die zu Wort kommenden Zeitzeugen wie Kondukteur, Lokführer, Stellwerker und Bahnhofswirt, die alle eindrucksvoll den gewaltigen Wandel unterstreichen.

Auch ein kurzer Abriss über derzeitige Nachnutzungen in Form von Radwegen, Draisinenbahnen und Ausblick in die Zukunft runden das interessante Buch ab.

Es ist ein gelungenes Buch, nicht nur Eisenbahnfreunde empfehlenswert, sondern für alle, die sich an den vielen Facetten des Niedergangs einer Region ausgehend vom stillgelegten Schienenverkehr interessieren und darüber hinaus für jene, die für eine Trendumkehr beitragen wollen.     
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